Logo GIMP Fenstermodus erklärt – Fenster, Dialoge & Dropzones für Einsteiger verständlich gemacht

GIMP Fenstermodus erklärt – Fenster, Dialoge & Dropzones für Einsteiger verständlich gemacht


GIMP wirkt auf den ersten Blick ungewohnt - schwebende Fenster, abkoppelbare Dialoge und ein Fenstermodus, der sich deutlich von klassischen Programmen unterscheidet. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie der GIMP-Fenstermodus funktioniert, was es mit Werkzeugkästen, Dialogen und Dropzones auf sich hat – und wie du dir eine übersichtliche, produktive Arbeitsoberfläche einrichtest.



Community beitreten



Auf Instagram folgen



E-Mail Anfrage senden

Warum wirkt GIMP so ungewöhnlich?

Viele Einsteiger kommen von Programmen wie Photoshop, Paint.NET oder klassischen Office-Anwendungen. Dort ist man es gewohnt, ein großes Hauptfenster zu haben, in dem sich alles abspielt.

GIMP verfolgt traditionell einen anderen Ansatz: Es arbeitet mit mehreren frei beweglichen Fenstern, die unabhängig voneinander angeordnet werden können. Das sorgt bei Neulingen oft für Verwirrung – bietet aber enorme Flexibilität, Effizienz und Arbeitsgeschwndigkeit.

Bild Fenstermodus im GIMP

Gerade auf großen Monitoren oder mit mehreren Bildschirmen spielt dieser Ansatz seine Stärken aus.

Der Fenstermodus von GIMP

Mehrfenstermodus (klassisch)

Im klassischen Fenstermodus bestehen mindestens drei zentrale Bereiche:

  • Bildfenster – hier wird dein Bild angezeigt
  • Werkzeugkasten – enthält alle Werkzeuge wie Pinsel, Auswahl, Text usw.
  • Dialogfenster – Ebenen, Kanäle, Pfade, Pinsel, Farben und mehr

Alle diese Fenster sind eigenständig und können frei verschoben werden.

Bild Fenstermodus im GIMP

Vorteil: Maximale Freiheit bei der Anordnung und zudem kann der Bildschirmhintergrund weiter beobachtet werden (falls dort andere Tasks laufen).

Nachteil: Fenster können "verloren gehen" oder sich ungünstig überlagern - was störend für Einsteiger oder Wenignutzer sein könnte.

Einzelfenstermodus (empfohlen für Einsteiger)

Für viele Nutzer – besonders Einsteiger – ist der Einzelfenstermodus deutlich angenehmer, da er aus vielen anderen Anwendungen bekannt und gewohnt ist.

Du aktivierst oder deaktivierst ihn über das Menü:

Fenster → Einzelfenstermodus

In diesem Modus sind:

  • Bildbereiche
  • Werkzeugkasten
  • Dialoge

in einem einzigen großen Programmfenster zusammengefasst.

Bild Einzelfenstermodus im GIMP - empfohlen für Einsteiger

Vorteil: Aufgeräumter Eindruck, nichts "fliegt herum". Ideal für Laptops und kleinere Bildschirme bei denen multitaske Arbeitsweisen eher untergeordnet sind und der Fokus auf einer Tätigkeit liegt.

Nachteil: Die Kontrolle über den Bildschirmhintergrund geht verloren und passt sich nur wenig an die individuelle Arbeitsweise an. Flexible und multitaske Arbeitsweisen werden nicht gefördert.

Tipp: Für Einsteiger ist der Einzelfenstermodus oft die bessere Wahl.

Der Werkzeugkasten – das Herzstück von GIMP

Der GIMP-Werkzeugkasten enthält alle grundlegenden Werkzeuge zur Bildbearbeitung und Manipulationen von Grafiken:

  • Auswahlwerkzeuge (Rechteck, Lasso, Zauberstab)
  • Malwerkzeuge (Pinsel, Stift, Sprühpistole)
  • Transformationswerkzeuge (Skalieren, Drehen, Perspektive)
  • Text- und Farbwerkzeuge
  • und viele mehr...

Bild Der zentrale Werkzeugkasten in GIMP

Werkzeugoptionen nicht vergessen

Unterhalb des Werkzeugkastens (oder in einem separaten Dialog) findest du die Werkzeugoptionen. Sie ändern sich je nach aktivem Werkzeug.

Beispiel: Beim Pinsel kannst du Größe, Härte und Dynamik einstellen.

Viele Einsteiger übersehen diesen Bereich – dabei ist er entscheidend für präzises Arbeiten.

Tipp: Falls der Optionsdialog zu einem Werkzeug verschwunden scheint, kannst du ihn durch Doppelklick auf das betreffende Werkzeug wieder zum Vorschein bringen.

Tipp: Hin und wieder kann es passieren, das der Werkzeugkasten verschwunden ist (evtl. weil er irrtümlich geschlossen wurde). Er lässt sich jedoch schnell wieder über das Menü Fenster → Werkzeugkasten oder über die Tastenkombination Strg+B wieder einschalten.

Dialoge – flexibel, andockbar und mächtig

Unter andockbar versteht GIMP, das verschiedene Dialoge zusammengeführt werden können, um sie individuell an einer bestimmten Stelle der grafischen Oberfläche thematisch zu sammeln, bzw. einander anzuheften.

Was sind Dialoge?

Dialoge sind einzelne Funktionsfenster in GIMP wie:

  • Ebenen
  • Kanäle
  • Pfade
  • Pinsel
  • Farbverläufe
  • Historie

Du öffnest diese Dialoge über das Menü:

Fenster → Andockbare Dialoge

BILD

Andocken statt Chaos

Dialoge lassen sich:

  • frei bewegen
  • zusammenfassen (Tabs)
  • andocken

Das Andocken passiert über sogenannte Dropzones (durch GIMP blau hervorgehobene Bereiche während des Ziehens mit der Maus).

Dropzones – das unsichtbare Ordnungssystem

Als so genannte Dropzone versteht GIMP Bereiche in der GIMP-Oberfläche, in der du Dialoge, Bilder und Funktionen individuell ablegen kannst und dadurch die Benutzeroberfläche an deinen persönlichen Arbeitsstil anpassen kannst.

Was ist eine Dropzone?

Eine Dropzone ist ein markierter Bereich, der erscheint, wenn du einen Dialog mit der Maus ziehst. Je nach Position kannst du den Dialog:

  • links
  • rechts
  • oben
  • unten
  • oder als Tab

an bestimmte Stellen in der GIMP-Oberfläche andocken (dort fallen lassen oder "ankleben").

Bild Bilder können alternativ geöffnet werden, indem sie in die Dropzone gezogen werden

Tipp: Du kannst die große graue Fläche mit dem grauen Maskotchen "Wilber" ebenfalls als Dropzone für Bilder nutzen. Statt Bilder über Datei → Datei öffnen... zu laden, kannst du diese direkt in die markierte Zone ziehen und dort fallen lassen, GIMP wird das Bild dann automatisch laden und öffnen (der Werkzeugkasten hat ebenfalls solch eine kleine Dropzone im oberen Bereich).

Typische Dropzone-Markierungen

  • Blauer Rahmen → neuer Dock-Bereich zum ablegen eines Dialoges
  • Blauer Balken → als Tab hinzufügen in der Reiterstruktur
  • Wilber → zum eleganten Öffnen von Bildern

Keine Sorge: Du kannst nichts "kaputt machen". Alles lässt sich jederzeit neu anordnen.

Typische Einsteigerprobleme – und ihre Lösungen

"Mein Ebenenfenster ist verschwunden!"

Lösung:

Fenster → Andockbare Dialoge → Ebenen

"Alles ist durcheinander!"

Nutze:

Bearbeiten → Einstellungen → Fensterverwaltung → Fensterpositionen zurücksetzen

Oder wechsle testweise in den Einzelfenstermodus.

"Das Werkzeugfenster ist verschwunden"

Lösung:

Fenster → Werkzeugkasten oder die Tastenkombination Strg+B

Empfohlene Standard-Anordnung für Einsteiger

Eine bewährte Grundstruktur:

  • Links: Werkzeugkasten + Werkzeugoptionen
  • Mitte: Bildfenster
  • Rechts: Ebenen, Kanäle, Pfade (als Tabs)

BILD

Diese Anordnung ist übersichtlich und deckt 90 % aller typischen Arbeiten ab.

Fazit: GIMP-Fenster verstehen statt fürchten

Der ungewöhnliche Fenstermodus von GIMP ist keine Schwäche – sondern eine Stärke. Sobald du verstehst, wie:

  • Fenster
  • Dialoge
  • Dropzones

zusammenspielen, kannst du dir GIMP exakt so einrichten, wie es zu deinem Workflow passt.

Mein Tipp: Starte im Einzelfenstermodus, lerne die Dialoge kennen – und experimentiere später mit eigenen Layouts.

Auf GIMP-Handbuch.de findest du weitere Einsteiger-Tutorials, die dir Schritt für Schritt den Einstieg erleichtern.


Oliver Lohse
2025-12-29
Fenster • Multifenster • Einzelfenster • SDI • MDI • Dialoge • abkoppeln • Dropzone • Wilber •

Versionen:

01.12.2012   Originalfassung   GIMP-Handbuch
11.09.2014   Bildrechte geklärt   aka SüßesGift
01.01.2026   Artikel mit neuen Bildern überarbeitet   Oliver Lohse