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Matte Effect weiches Licht mit GIMP erzeugt ein flaches Bild


Der Matte Effekt erstellt in GIMP ein abgeflachtes, leicht farbstichiges Bildprofil. Damit erstellen Sie Bilder die aus einem 70er Jahre Magazin stammen könnten

GIMP für Dummies

GIMP für Dummies - Dieses Buch befasst sich mit den Grundlagen der Bildbearbeitung und von GIMP: Docks, Werkzeuge, Filter, Auswahlen, Ebenen und Pfade werden Ihnen bald sehr vertraut sein. Sie wollen Bilder verbessern und kombinieren oder gar neue Bilder erzeugen? Mit GIMP kein Problem. Sie sind sicher, dass GIMP eine bestimmte Funktionalität hat, wissen aber nicht, wo suchen? Schlagen Sie in diesem Buch nach! Für Fortgeschrittene bietet es zudem noch jede Menge Tipps zu Spezialeffekten, zum zerstörungsfreien Arbeiten, zum Schärfen und Weichzeichnen und zu vielen anderen Dingen, die bei der Bildbearbeitung Spaß machen. Hinweis

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GIMP Crossprozessing

Diesen Effekt treffen Sie oft in Retro-Fotos oder auch in der Beautyfotografie an. Es handelt sich dabei um die Bearbeitung eines Fotos mittels Crossprozessings in GIMP. Bei dieser Bearbeitung werden die verschiedenen Farbkanäle aus denen das Bild besteht (Rot, Grün und Blau) getrennt voneinander angepasst. Das Crossprozessing wird auch oft als Bildlook oder Farbfilter bezeichnet und meint genau diesen Effekt.

Der matte EffektDer matte Effekt nit Crossprozessing, HSV Rauschen und rechteckiger Vignette (links: Original, rechts: Bearbeitung)

Je nach eingestellter Kurve, können Bilder die mit diesem Effekt bearbeitet werden, oft sehr soft und weich wirken aber auch hart und kontratsreich. In diesem Beitrag zeige ich Ihnen die weiche Variante die Farben weniger sättigt und Kontraste vermindert, zudem ergibt sich auch eine leichte gewollte Farbverschiebung.

Das Original

Mit GIMP können Sie diesen Effekt natürlich auch auf JPG-Fotos leicht selbst anwenden, lediglich das Werkzeug Kurve ist nötig um dieses Farbschema zu erzeugen.

Das OriginalDas Original (Foto: Boris Nienke http://foto.nsonic.de/abenteuer-analog-mittelformat-mechanik)

Dieser Farbeffekt aus der Kategorie Crossprozessing funktioniert auch extrem gut mit der Kurve des 70 Jahre Magazine Style. Ich habe ein Beispielbild (Original) in Form einer alten Kamera dazu benutzt, um den Effekt zu verdeutlichen. In GIMP (oder Photoshop) rufen Sie die Funktion über das Menü Farben - Kurve auf und erhalten ein Dialogfenster in dem Sie die Kurvenparameter zu den Farbkanälen RGB, Alpha und Wert getrennt unter der Option Kanäle einstellen können.

Dialog "Kurve"

Wählen Sie zunächst je einen Kanal unter der Option Kanäle aus und stellen die Farbkurven der Reihe nach wie im folgenden Bild ein. Ziehen Sie die Kurven mit Hilfe der Maus an die entsprechenden Positionen oder verformen die Kurven entsprechend. Achten Sie bitte darauf, das alle Kurven durch den Mittelpunkt des Koordinatensystems verlaufen, um die mittleren Bildwerte so wenig wie möglich zu verändern. Klicken Sie dafür einfach auf den Mittelpunkt, um die Kurve dort mit einem Punkt zu fixieren.

KurveneinstellungKurveneinstellung

Ausschlaggebend ist hier die schwarze Kurve des Kanals Wert im Dialog, diese sorgt für den weichen und soften Touch in den bislang dunklen und schwarzen Bereichen im Bild. Verschieben Sie diese links etwas weiter nach oben, um schwarze Bereiche stärker auzuhellen. Die Kurven der RGB-Kanäle (Rot, Grün und Blau) habe ich aus der Einstellung zum 70 Jahre Magazine Style entnommen und so eingestellt, prinzipiell können Sie auch jedes andere Farbschema einstellen das Sie bevorzugen.

Wichtig ist, das die Einstellung Kurventyp: Weich ist, denn damit werden harte Farbansätze bei Verläufen unterdrückt.

Optionale Bearbeitung

Damit der alte und verblichene Bildlook noch deutlicher wird, können Sie noch etwas HSV-Rauschen aus dem Menü Filter - Rauschen - HSV Rauschen hinzufügen. Stellen Sie dort einen Wert für die Option Wert etwa bei 0,1 ein.

HSV Rauschen hinzufügenHSV Rauschen hinzufügen

Zum Schluss können Sie noch mit Hilfe einer rechteckigen Maske die um etwa 200px ausgeblendet wird, eine schwarze Vignette auf das Bild legen. Die Deckkraft sollte mit subtilen 25% eingestellt sein.

Der Vergleich

Da der Unterschied doch etwas subtil daher kommt, habe ich im folgenden Bild noch einmal beide Fotos gegenüber gestellt, um die Unterschiede deutlich zu machen. Der Effekt gibt Fotos einen sehr angenehmen und soften Retrolook, die Farben wirken weniger satt und der Kontrast ist vermindert. Crossprozessings sind daher ideal dazu geeignet Bildern eine persönliche Note und einen persönlichen Stil zu geben.

Vergleich der Bearbeitung zum OriginalVergleich der Bearbeitung zum Original (oben: Bearbeitung, unten: Original)

Tipp | Natürlich muss das Motiv auch etwas zum Farblook passen, die oben gezeigte Analogkamera passt daher ganz gut zum Bildlook. Auch die Schärfe des Bildes sollten Sie unbedingt bedenken, denn scharf sind (waren) solche Retrobilder nie, genau darin liegt ihr besonderer Charm. Sie könnt also durchaus auch einen Weichzeichner einsetzen (sofern Bedarf besteht).

📆10.12.2022 👦© GIMP-Handbuch.de